Bildungscampus Marconi und Levinas

Projektdaten

Jahr

Status

Typologie


Grundlegende Entwurfsgedanken, Erläuterung der Grundsatzüberlegungen für die Erstellung des Vorentwurfes

Bildung ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und damit ein Bestandteil der Stadtlandschaft.
Das Campus+ Gebäude ist eine kleine Stadt in der Stadt mit einem komplexen Gefüge der Bildungs- und Allgemeinräume und somit eine weitere Entwicklung des strukturalistischen Gedankens.
Mat Typologie wird angewendet, um das komplexe Programm in eine klare, fassbare, nachvollziehbare und adaptierbare Ordnung umzusetzen. Mat Building besteht aus drei Hauptteilen:
die Matrix (strukturelles, statisches System)
das Programm (Biber)
der Ort (Kleinteiligkeit, Schaffung verschiedener Lern- und Aufenthaltszonen)

 

Gestaltungsprinzip des Mat Bildungscampuses:
Die Matrix: ein Raster von ca. 7,80 m ermöglicht flexible, vielfältige Nutzung und räumliche Veränderung der Biber
Das Programm: Sphären des sozialen Miteinanders, vielfältigen Lernens in den Biberlandschaften sowie der Zusammengehörigkeit in den allgemeinen Räumen des Campusgebäudes
Der Ort: ein Zuhause in der Campuslandschaft, Habitat für Kinder von 0 bis 10

Das Biberprogramm (1-4) wird 2-geschossig mit dem Gedanken, die Räume der Kinder von 0 bis 6 auf die Ebene 1 und der Kinder von 6 bis 10 grundsätzlich auf die Ebene 2 anzuordnen.
Es werden 2 (bis 4) Varianten der räumlichen und funktionalen thematischen Organisation des Bibers vorgeschlagen. Jeder Biber unterscheidet sich von den Anderen. Durch die offenen Grundrisse, die durch fixe Einheiten („Folies“) strukturiert sind, kann aus allen Bildungsräumen eine großzügige, individuell gestaltbare Lern- und Spiellandschaft geschaffen werden.

 

Wesentliche Aspekte der Gestaltung:
Kindergerechter Maßstab, Kleinteiligkeit des Bibers, Zugehörigkeit, Identitätsbildung, Forderung aller Sinne
Ein klares Erschließungssystem mit kurzen Wegen und übersichtlichen Strukturen sowie Mehrfachnutzung aller Haupträume.

 

Städtebauliche Gesichtspunkte, Gestaltung, Raum- und Funktionsprogramm

Die Ausrichtung des Grundstückes sowie die Bestandssituation in Bezug auf die Vorgaben für den Bildungscampus ergeben die Positionierung und Gliederung der Baumassen am Bauplatz. Das Überdenken der Gestaltung des Entwicklungsgebietes in Hinblick auf seine Gesamtheit, die Formulierung des Zugangs und die Benutzung des Freiraumes, unter Berücksichtigung einer optimalen und wirtschaftlichen Umsetzung, bilden den Ausgangspunkt des konzeptuellen Ansatzes.

Die Anordnung des dreigeschossigen Baukörpers mit direkter Verbindung zu den Freiflächen sowie einer unmittelbaren Anbindung zum Straßenraum und Wegenetz der umliegenden Siedlungsstrukturen, inklusive Formung eines gedeckten Vorplatzes, der als Übergang von öffentlichen in halböffentliche Bereiche dient, sind die Basis für die Umsetzung.

Gliederung und Fassung des Freiraumes durch die Positionierung des neuen Baukörpers und Schaffung neuer Gartensituationen mit ideal nutzbaren, den Kleinkindergruppen und Bildungsräumen direkt zugeordnetem Freiraum, wird erreicht.

Der dreigeschossige Baukörper, mit Trennung zwischen halböffentlichem Programm im Erdgeschoß und privatem Bereich (Biber) in den Obergeschossen, wird geplant.

Durch die Lage des Baukörpers wird zusätzliches Freiraumangebot mittels des großzügigen Lern- und Aufenthaltsgartens auf der Dachebene für alle Bildungs- und Lernzonen  eine optimale Besonnung erreicht.

Entlang der Atemgasse ist der langgestreckte Vorplatz als lineare Übergangs- Aufenthalts- und Pufferzone mit Treffpunkten, Sitzgelegenheiten und Fahrradabstellflächen angeordnet.

Darüber hinaus definiert der Vorplatz durch die Umgrenzung des Dachgartens eine klare Trennung zum Straßenraum und eine bauliche Kante zur neuen Bebauung.

Größtmögliche besonnte Freiflächen mit den unterschiedlichen Zonen, Nutzungen und schaltbaren Bereichen werden geschaffen.

Der Dachgarten mit den Kommunikations- und Lernzonen im Freien erweitert das Raumangebot der Biber.

Über die Campusgasse gelangt man zu den öffentlichen Bereichen des Erdgeschosses und weiterführend über die Stiegenanlagen zu den Bibern in den Obergeschoßen.

Das Campusgebäude besteht aus einem kleinen Untergeschoss, einem Erdgeschoss und zwei Obergeschossen mit eigenen Zugängen zu den Förderklassen, dem Jugendzentrum, dem Festsaal und den Turnsälen.

Die innere Organisation der einzelnen Einheiten ist übersichtlich über kurze Wege realisiert. Die Campusgasse ist gleichzeitig Drehscheibe und Verteiler der verschiedenen Bereiche (kurze Wege und daher einfache Orientierung).

Der Küchenbereich im Erdgeschoss ist mit Anschluss an die vertikale Erschließung positioniert. Kurze Wege zwischen den Einheiten, kurze horizontal und vertikal liegende Anlieferungswege, sowie optimale Belichtung aller Räume werden geboten.

Für größere Veranstaltungen bestehen vielfältige Möglichkeiten großzügige Räumlichkeiten anzubieten: die einzelnen Bereiche im Erdgeschoß wie Festsaal, Campusgasse und Turnsaal werden für solche Veranstaltungen mit den Außenräumen zu großen gemeinsamen Bereichen zusammengelegt.