Sammlungs- und Forschungszentrum Hall in Tirol

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STÄDTEBAULICHES- UND ARCHITEKTONISCHES_KONZEPT

Die Auseinandersetzung mit dem außerordentlichen Kontext im Hinblick auf seine Landschaftsqualitäten und die periphere Lage des Grundstücks ergeben in Bezug auf die Vorgaben die Gliederung der Baumassen und Positionierung am Grundstück.

Die Schaffung einer unverwechselbaren Ausgestaltung der Baukörper, unter Berücksichtigung einer optimalen, funktionalen und wirtschaftlichen Umsetzung, bildet den Ausgangspunkt des konzeptuellen Ansatzes.

Die Umgebung bekommt ein prägnantes, städtebauliches Zeichen, das auf der Transformation des Paradigma des charakteristischen Stadthauses basiert.
Es entsteht ein kompaktes, dreigeschossiges Gebäude, das aus zwei funktionellen und programmatisch unterschiedlichen Teilen besteht, mit optimaler Umsetzung des Raum- und Funktionsprogrammes. Das RFP ist so organisiert, dass der Betrieb während der Realisierung der zweiten Baustufe ungestört aufrechterhalten bleiben kann.

Stadl, Stadthaus und Dachlandschaft als generative Elemente

Das Stadthaus in seiner traditionellen Bauweise und altstädtische Dichte bildet eine  unverwechselbare Dachlandschaft. Dieses Element wird als Referenzmotiv für die Komposition der oberste Ebene sowie der Dachkonstruktion verwendet.

Der Stadl als charakteristisches Bauwerk des Alpenraumes mit seinen zwei Bauteilen: dem Speicher und dem Dachstuhl bildet die konzeptuelle Vorlage, für eine architektonische Transformation des neuen Gebäudes.

Der Speicher, als allgemeiner Begriff für Sammeln, Aufbewahren und Speichern, ist ein monolithischer, aus einer Dämmbeton Hülle gebauter und zur Hälfte in die Erde eingegrabener Lagerort verschiedener wertvollen Gegenstände.

Der Dachstuhl, als krönende Holzkonstruktion des Stadels mit der prägnanten Form, beherbergt Aufenthalts-, Arbeits- und Atelierräume und verleiht dem Gebäude die Identität. Die Holzfertigteile bilden ein Gerüst, ein Gestell das, durch die verschieden Neigungswinkel der Zacken, das Nordlicht für die Ateliers und Arbeitsräume sowie Stiegen und Gänge zulässt und südseitig die Dachfläche für die Sonnenkollektoren und PV Anlage vorsieht.

Materialität
Traditionelle Bauweise wird transformiert: Speicher/Sockel (EG und 1.OG) wird aus Dämmbeton, der Aufsatz/Dachstuhl (2.OG) aus Holzfertigteilen, Holzriegelwänden und Holzlamellen an der Fassade ausgeführt.

 

ZUGANG, ANLIEFERUNG, FREIRAUMKONZEPT

Erschließung erfolgt südseitig, die Anlieferung Stellplätze für die Dienst- und andere Fahrzeuge sind entlang der Südfront angeordnet. Der Eingang führt in die Ebene des Erd- und 1.Obergeschosses zu den Depoträumen, bzw. mit vertikaler Erschließung gelangt man auf das 2.OG zu den, auf einer Ebene untergebrachten, Arbeits-, Atelier- und Aufenthaltsräumen mit optimalen Lichtverhältnissen und außerordentlichem Ausblick in die Landschaft und die Berge.
Die Anlieferung erfolgt über die Vorfahrt und Schleuse in den Verladeraum, in weiterer Folge mit dem Ladeaufzug über Schleuse zu dem jeweiligen Depotraum. Diese sind auf zwei Ebenen, kompakt und funktionell mit einer Ringerschließung (in der Endausbauphase) verbunden. Durch die Bauweise ist es möglich die Leichtwände, nach Bedarf, zu verschieben und somit die Größe der einzelnen Depoträume zu verändern.

Das Freiraumkonzept sieht die Schaffung von neuen Gartensituationen mit ideal nutzbarem, zusätzlichem Freiraumangebot durch den großzügigen Dachgarten, als intensiv begrüntes Dach mit den verschiedenen Pflanzenarten aus der Region, vor. Der Rest der Grundstücksfläche wird als „wilde Wiese“ für die mögliche Erweiterung freigehalten.

Das neue Gebäude erfüllt die hohen Sicherheit-, Brandschutz- und Manipulationsstandards und bietet gleichzeitig höchste Flexibilität in der Nutzung und dem Betrieb. Die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit mit niedrigen Investitionskosten und hoher Energieeffizienz im Sinne des Lebenszyklusmodelles werden als Basis der Planung herangezogen.