Der Lange Garten - Wohnen mit Donaublick

Projektdaten

Jahr

Status

Auszeichnung

2.2. Platz

Typologie

Größe


48.2211, 16.4106

Der Lange Garten
Wohnen mit Donaublick

2. Preis - Architekturwettbewerb, 2017
Gemeindewohnungen NEU

 

Konzept

Das Gebilde, der Sockel, sieben Baukörper und deren gemeinsamer, grüner Garten – das
„Piano Nobile“ – der Lange Garten, zeichnen sich wie eine Partitur durch Verschiedenartigkeit, Lebendigkeit, Anpassbarkeit, Durchlässigkeit und Variabilität aus. Ein Wohnhaus für alle WienerInnen.

Die Komposition der Baukörper stellt in folgenden Bereichen eine Neuinterpretation der charakteristischen Wiener Gemeindewohnbauten in Form eines Wohnclusters dar:

1 Sockel Hochgarage im EG, 1. UG und 2. UG mit Einlagerungsräumen und
  dem Wohnriegel im 1. OG mit Reihenhaus und Terrassenwohnungen mit
  Eigengarten – Atrien und einer Vielzahl an Durch- und Ausblicken

2 Der Lange Garten Das „Piano Nobile“ – Ein gemeinsamer „Dachgarten für Alle“.
  Urbaner Garten, Grüne Landschaft mit Kräutern, Beeten, Spielwiese, sowie
  allwettertaugliche Gemeinschaftsräume wie Kochstudio, Waschsalon,
  Bewohnerkino, Gedeckten Terrassen mit Donaublick

3 Wohnlandschaft Regelgeschoße mit Modernen Wohnformen für anpassbare Schalträume
  um den sich verändernden Nutzungswünschen gerecht zu werden.

 

Umgang mit dem Bestehenden

Am Handelskai wird einer großangelegten Gemeindewohnanlage aus den 1977-Jahren eine neue Gebäudestruktur vorgeschaltet.
Es gilt den bestehenden Ausblick Richtung Nordwesten – zur Donau und zur Donauinsel  – weitestgehend zu bewahren, um eine Gleichwertigkeit aller Wohnungen sicherzustellen.

 

Erweiterung des Widmungsentwurfs

Der zugrundeliegende Bebauungsentwurf schaltet an den niedrigsten und an den höchsten Punkten der bestehenden Anlage Wohntürme vor. Dies zieht einige Wohnungen durch starke Reduktion der Belichtung (Baurecht) und Aussicht (Qualität) in Mitleidenschaft.
Dieser Umstand löste im Entwurf ein logisches Umdenken aus:

- Jeder der sieben Stiegen des Bestandsgebäudes wird ein kompaktes Wohnhaus vorgeschaltet

- Alle Wohnungen im Bestand behalten ihren direkten Blick auf die Donau

- Die sich gegenüberliegenden Erschließungsachsen erzeugen eine gemeinsame vertikale
Entwicklung – und somit räumliche Zusammenhänge zwischen Alt und Neu

- Alle Wohnungen bleiben voll belichtbar (lt. WBO)

- Alle Bewohner aus dem Neubau und dem Bestand erhalten Zugang zum „Langen Garten“ – der
neuen gemeinsamen grünen Donauterrasse – dem grünen Piano Nobile.

- Die Gemeinsame Bewohnergasse bildet den neuen zentralen Verteiler für alle Bewohner und
erhält eine hohe Aufenthaltsqualität durch Attraktieveren von Flächen wie:
Sitzinseln, Aktivfelder,  Spielbereiche, Fahrradstellplätze, Sport- und Aktivbereiche, etc…

 

Architektonisches Konzept

Der vorgeschlagene Entwurf – der Lange Garten – artikuliert sich durch eine Kette an sieben gleichgestellten Häusern die durch ihre verschiedenartige Ausbildung der obersten Ebenen einen eigenen identitätsstiftenden Charakter erhalten.
Die annähernd regelmäßige Gliederung des Bestandes wird übernommen und es werden ausschließlich an den sieben Stiegenhäusern des Bestandes, sieben gleich proportionierte Baukörper angeordnet.

Die Bewohnergasse
Mittels Anordnung der Hauseingänge entlang der Gassenseite entsteht ein aufgewertetes Gegenüber für beide Baukörper - des Bestandes - und der neuen Wohnanlage.
Alle Hauseingänge werden von der Bewohnergasse aus erreicht und bilden somit die Hauptverkehrszone der Mieter. – Ein nachbarschaftlicher Treffpunkt.

Gemeindewohnungen Neu – Das Wiener Wohnhaus für das 21. Jhdt.
Die Neuinterpretation des Wiener Stadthauses – einer Wohnform die in das 21. Jhdt. übergeleitet wird – entspricht einer Dreiteilung: (1) dem Sockel – (2) dem Garten und (3) der Wohnlandschaft.

(1) Terrassensockel = Wohnsockel
Die Sockelzone wird als Terrassensockel ausgebildet und überschreitet die Höhe der bestehenden Hochgaragenanlage nicht. Ganz im Gegenteil - es werden Eigengärten und großzügige Gemeinschaftsbalkone entlang der Laubengangerschließung angedockt - diese werten so die bestehende Bewohnergasse massiv auf.
Die in Anlehnung an Reihenhaustypologien ausgebildeten Wohnungstypen sind alle durchgesteckt entwickelt und können so beginnend von Süden mit dem Vorgarten über die Wohnbereiche bis zur Loggia im Nordosten mit Donaublick ein durchgehendes Panorama anbieten.

(2) Der Lange Garten – Ein Katalysator für räumliche Begegnungen
Die longitudinale Anordnung von Freizeit und Spielbereichen erzeugt eine Sequenzierung von Aktionsflächen die von den Bewohnern gleichermaßen des Neubaus als auch des Bestandes –unterschiedlich bespielt werden können.

Gemeinschaft schafft Räume

Die gedeckten Gemeinschaftsbereiche werden offen durchwegbar über den gesamten Garten den Wohnhäusern zugeschaltet:
Waschsalon, Kochstudio, Bewohnerkino, Atelier und Co-Working-Spaces sowie Kinderspielräume und Jugendzimmer sind allwettertauglich für alle Bewohner zugänglich.

(3) Die Wohnlandschaft – Moderne Wohnformen für die WienerInnen
Drei Elemente des gemeinschaftlichen Wohnens: Licht – Luft - Sonne

Das Konzept  baut auf den Grundsätzen des berühmten Wiener Gemeindebaus der Zwischenkriegszeit auf und führt diese mit drei neuen Elementen fort: Grundriss – Gemeinschaft - Identität

- vielfältige und anpassbare, kompakte Grundrissformen

- private und allgemein zugängliche freie Flächen durch Balkone / Loggien für jede Wohnung sowie
den Langen Garten als Mehrwert des gemeinschaftlichen Lebens

- unverwechselbare, angemessene Gestaltung mit den Ausdrucksmitteln der Gegenwart
Dies ergibt in Summe hohe Wohnqualität zu angemessenen Preisen.

 

Individuelles Wohnen
Moderne Wohnformen für alle Wienerinnen und Wiener

Die einzelnen Wohneinheiten sind einerseits ein Teil der gemeinsamen, flexiblen Struktur und andererseits offen für individuelle Anpassungen. Die Wohnungstypen werden als ein Regelsystem vorgeschlagen und lassen durch ein optionales Schaltsystem mittels Schaltraum und Schaltwohnung ein hohes Maß an Individualität und Anpassbarkeit zu.

Seit dem Pluralismus, Vielfalt, sowie Mehrfarbigkeit und Lebendigkeit sich zu den  Schlüsseleigenschaften des städtischen Raums entwickeln, wird die Programmvielfalt sowie Anpassungsfähigkeit/Flexibilität der Räume zu immer wichtigeren Argumenten bei der Wahl des Arbeits- und Wohnraumes.

Die neutrale Typologie und die ausgedehnte Fläche, auf der sich, am Sockel beginnend, die Wohneinheiten erstrecken, erlauben Flexibilität für den Zwischenraum und für die Organisation des Wohnraums.

Der Übergang zwischen öffentlich und privat zeichnet sich durch eine sanfte räumliche Trennung mittels unterschiedlichen Bepflanzungen aus. Es entsteht ein offenes Miteinander in nachbarschaftlicher Geselligkeit bei hohem privatem Wohnkomfort.

Freiraum - Urbane Landschaft

Die Grün- und Freibereiche des Langen Gartens sind das gemeinschaftliche Herz des Wohnclusters:
Sie bieten, in unterschiedliche Atmosphären, eine offen bespielbare Freifläche mit Spiel-, Garten- und Sitzecken, Hochbeeten, Lauben und Sundecks, sowie Lesenischen und Gemeinschaftsräumen.
Der Lange Garten und dessen Grünraumgestaltung ist eine Reminiszenz an die hier ursprüngliche Auwaldlandschaft an der Donau: dynamische Vegetationsbilder mit Chrarakterpflanzen der Au.

Die Bepflanzung bietet eine farben- und kontrastreiche Landschaft im Wandel der Jahreszeiten. – Ein Immergrüner Garten für alle Bewohner als Aussichts- und Spielbereich.