BORG Oberndorf

Projektdaten

Jahr

Status

Typologie

Größe


47.9414, 12.9411

Wettbewerb Bundesoberstufenrealgymnasium Oberndorf/ Salzburg

 

STÄDTEBAU

Das vorgeschlagene Konzept reagiert auf die städtebauliche Situation am Bauplatz mit einer Gliederung des Baukörpers in ein Erdgeschoss, welches als Sockel fungiert, und einem daraufgesetzten zweigeschossigen Körper.

Die Erdgeschossebene bzw. die darauf platzierte Plattform binden das neue Schulhaus in die Geometrie der direkten Umgebung ein. Der daraufgesetzte Baukörper orientiert sich dagegen in seiner Form und Ausrichtung an der ursprünglichen orthogonalen Struktur des Stadtkerns von Oberndorf südlich des Bauplatzes.

Die Teilung des Baukörpers durch eine auskragende Ebene gliedert zugleich die Baumassen und reguliert die Maßstäblichkeit des Volumens.

 

ERSCHLIESSUNG/ BAUKÖRPER/ FUNKTIONEN

Die Erschließung des neuen Schulgebäudes erfolgt über einen Vorplatz bzw. einen gedeckten Eingangsbereich an der Westseite des Grundstücks. Zwei Stiegenhäuser und ein Aufzug in unmittelbarer Nähe zum Eingang regeln die vertikale Erschließung. Die Eingangsachse (Circus Maximus), die eine direkte Verbindung zum Freiraum schafft, bietet durch individuell zuschaltbare Räumlichkeiten und Erweiterungen sowie mit der großzügigen Sitzstufenanlage eine multifunktional nutzbare Kernzone für das neue BORG. Dies ist zugleich ein Platz des sozialen Austausches und Miteinanders.
Die Gliederung des Baukörpers setzt sich in der Sinnhaftigkeit der funktionalen Zuweisung fort.

So finden sich im Erdgeschoss jene Bereiche, welche im Austausch mit dem sozialen Raum des gesamten Schulareals entlang der verkehrsberuhigten Watzmannstraße stehen: Die beiden, auf einer Ebene liegenden, Turnhallen zusammen mit den Nebenräumen, die für die Administration und Verwaltung notwendigen Bereiche mit Orientierung zum Eingang und der Gemeinschaftbereich des neuen BORG Oberndorf. Dieser ist als offene vorstrukturierte Zone mit  gegenseitig ergänzenden Bereichen ausgestaltet und mit einem Luftraum nach oben hin offen.

Anschließend an den Gemeinschaftsbereich und in direkter Nähe zum Eingang befindet sich zudem die Zentralgarderobe für die SchülerInnen.
Im Gemeinschaftsbereich des Erdgeschosses bestehen vielfältige Möglichkeiten für größere schulische Veranstaltungen. Die einzelnen Bereiche wie Pausenfläche, Aufenthaltsbereich mit Cafeteria und Sitzstufen können mit den Außenräumen zu größeren, gemeinsamen Bereichen zusammengeschaltet werden. Es entstehen großzügige, multifunktionale Räumlichkeiten in der Schulaula. Als Erweiterung des Gemeinschaftsbereiches im Erdgeschoss zu den Unterrichtsräumen darüber wird zudem eine offene Treppe mit Sitzstufen  vorgeschlagen, welche als Tribüne und Aufenthaltsbereich dient (Circus Maximus). Das innere Erschließungskonzept mit zentraler Aula ermöglicht letztlich eine klare Orientierung und kurze Wege (horizontal und vertikal) im gesamten Gebäude.

Die Anordnung des neuen Turnsaals in Verbindung mit dem bestehenden Turnsaal ermöglicht eine einfache externe Nutzung und einen möglichen Abschluss zum restlichen Schulgebäude. Der neue Turnsaal ist in das Volumen des neuen BORG integriert. Ein Anschluss an den bestehenden Turnsaal bzw. zum Steg (Zugang Mensa) wurde hergestellt.

In Verbindung mit den Räumlichkeiten im Erdgeschoss findet im 1. und 2. Obergeschoss der Schulalltag des neuen BORG statt. Dabei folgt die lineare Anordnung der Sonderunterrichtsräume auf der ersten Ebene den funktionalen Anforderungen. Auf der zweiten Ebene dagegen öffnet sich die Erschließungszone durch die Einbringung von Innenhöfen und Terrassen zu Räumen mit besonderer Aufenthaltsqualität, welche den geforderten Bereichen für „Offenes Lernen“ und „Projektarbeit“ entsprechen. Um diese Bereiche gruppieren sich die Stammklassen zu zwei Raumgruppen, welche auf dieser Ebene durch den Arbeits- und Aufenthaltsraum der Lehrer inklusive der allgemeinen Sammlung und Lehrvorbereitung und dem Besprechungszimmer ergänzt werden.

Durch die freien Grundrisse im 2.Obergeschoss, die ihre Strukturierung durch fixe Einheiten wie Sanitärgruppen bzw. Terrassen und Loggien erfahren, kann von allen Klassen und Gruppen eine großzügige individuell gestaltbare bzw. flexible Lernlandschaft geschaffen werden.
Eine Sonderrolle nimmt die auskragende Plattform über dem Erdgeschoss ein: zum einen wird durch die Überlagerung der für PKW-Stellplätze vorgesehene Zone zusätzliche Fläche generiert und zum anderen entsteht auf der Ebene der Unterrichtsräume ein diesen zugeordneter Freiraum für Pausen und sportliche Aktivitäten (Kunststoffspielfeld, Spielgeräte, Kommunikationszonen, Gartenbeete, etc.).

Grundsätzlich gilt für das gesamte Schulgebäude: Einzelne Bereiche können sich gegenseitig ergänzen und zu räumlichen Gruppen erweitert werden, jedoch im Bedarfsfall auch abgetrennt werden und eigenständig funktionieren.

Die weiteren Räume des Servicebereichs wurden entsprechend ihren Belichtungserfordernissen in einer Raumgruppe im Erdgeschoss zusammengefasst und orientieren sich zum östlichen Außenbereich der Schule. Auf ein Untergeschoss wird auf Grund der immanenten Gefahr eines Hochwassers gänzlich verzichtet.