Alten- und Pflegeheim Hans Sachs Gasse Wels

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Wettbewerb Alten- und Pflegeheim Hans Sachs Straße in Wels

 

STÄDTEBAULICHE ASPEKTE / BAUKÜNSTLERISCHE ASPEKTE

Die Ausrichtung des Grundstücks sowie die Bestandssituation in Bezug auf die Brückenanbindung sowie die Reaktion auf den Bestand im Südosten ergeben die Positionierung und Gliederung der Baumassen am Bauplatz.

Das Überdenken der Gestaltung des bestehenden Areals im Hinblick auf seine Gesamtheit, die Formulierung des Zugangs, sowie die Schaffung einer unverwechselbaren Ausgestaltung des Baukörpers, unter Berücksichtigung einer optimalen und wirtschaftlichen Umsetzung, bilden den Ausgangspunkt des konzeptuellen Ansatzes.

Die Umgebung bekommt ein prägnantes, städtebauliches Zeichen.

Eigenständige, solitäre Anordnung des 4-geschossigen, kompakten Baukörpers mit einem lärmgeschützten Innenhof sowie klarer Trennung von Hausgemeinschaften sowie Verwaltungsbereichen und öffentlichen Bereichen.
Kompaktes Gebäude mit optimaler Umsetzung der Räumlichkeiten lt. Raum- und Funktionsprogramm.
Gliederung und Fassung des Freiraumes durch die Positionierung des neuen Baukörpers. Schaffung von neuen differenzierten Gartensituationen mit ideal nutzbarem, den jeweiligen Nutzungenbereichen direkt zugeordnetem Freiraum.
Für alle Zimmer und Arbeitsräume wird auf Grund der Positionierung des Baukörpers eine optimale Besonnung erreicht.

ERSCHLIESSUNG

Die Erschließung des neuen Altenheimes erfolgt über den Haupteingang der Richtung Kreisverkehr Magazinstraße orientiert ist, über einen gedeckten Vorplatz direkt in das Foyer, welches als zentrale Drehscheibe und Kommunikationsbereich dient.
Die Anlieferungszone inkl. Parkplätze für das Pflegeservicecenter sowie Rettungsvorfahrt für das Heim ist im Vorbereich Richtung Bundesstraße situiert. Die Abfahrt in die interne Tiefgarage wird über die Hans-Sachs Straße realisiert, um den Haupteingang weitestgehend verkehrsberuhigt umsetzen zu können.

Verbindungsbrücke

Die Verbindungsbrücke zum bestehenden Teil des Altenheimes welches über der Hans Sachs Straße liegt wird mit einer neuen Treppe bzw. einem Aufzug an den neuen Haupteingang des APH im Erdgeschoß angeschlossen und ermöglicht den Bewohnern einen direkten Zugang zu allen öffentlichen Bereichen auf kurzem Weg. Ein Zugang zu den einzelnen Hausgemeinschaften erfolgt auf gleichem Wege wie für alle Besucher über die interne Erschließung.

 

ORGANISATION / FUNKTION

Erdgeschoßzone / öffentliche u. halböffentliche Bereiche

Die innere Organisation der einzelnen Einheiten ist übersichtlich über kurze Wege realisiert. Das Foyer ist gleichzeitig Drehscheibe und Verteiler für die verschiedenen Bereiche und ermöglicht eine klare Orientierung für den Besucher.

Im Erdgeschoß sind alle öffentlichen Flächen wie Café, Friseur sowie das Pflegeservicecenter der Stadt Wels situiert. Die internen Verwaltungsflächen des Heimes mit der Rezeption als Leitstelle sind ebenfalls ebenerdig untergebracht.

Zusätzliche halböffentliche Bereiche wie Physiotherapie sowie der Andachtsraum mit jeweils zugeordnetem Außenraum sind ebenfalls im Erdgeschoß positioniert.

Alle öffentlichen Bereiche könne von externen Besuchern direkt ohne Querung von nicht öffentlich zugänglichen Teilen des Heimes besucht genutzt werden.
Das Café bietet mit der Nähe zum Eingang und zur Rezeption einen Stützpunkt im Erdgeschoß, mit eigenem Bereich im Garten, der als Treffpunkt für Bewohner und Besucher dient.

Der Multifunktionsraum in Verbindung mit dem Andachtsraum kann ebenfalls vollflächig dem Garten zugeordnet werden.
Die allgemeinen Versorgungsräume für das Gebäude sind kompakt um den Stiegenhauskern im Nordteil umgesetzt.

Hausgemeinschaften

Die Wohngeschoße werden grundsätzlich als Regelgeschoße in den Obergeschoßen 1-3 umgesetzt. Jeweils 2 Hausgemeinschaften die um die Mittelachse gespiegelt angeordnet sind werden über einen Richtung Innenhof geöffneten hellen, großzügigen  Vorbereich erschlossen.

Einzige Ausnahme bietet jedoch der im OG2 um die Mittelachse gespiegelte Wohnbereich der in den Obergeschoßen die Nutzung der auskragenden Wohnboxen als Terrassenflächen ermöglicht. Die Hausgemeinschaften sind kompakt und klar strukturiert um den Bewohnerinnen maximale Flexibilität bei der Gestaltung Ihres Lebensraumes zu bieten. Die Wohn/Essbereiche sind jeweils dem Innenhof zugeordnet sowie über Loggien mit direkt angeschlossenem Balkon auch zum Außenraum Richtung Südosten zu öffnen. Die differenzierte Anordnung dieser Bereiche pro Hausgemeinschaft unterscheidet die Wohngeschoße untereinander.

Die Bewohnerappartements sind kompakt sowie für die Betreuer übersichtlich angeordnet und ermöglichen eine Interaktion der Bewohner mit dem Gemeinschaftsbereich.

Den Schwerpunkt der Hausgemeinschaften bildet der Kernbereich (Wohnen, Essen, Kochen, Kommunizieren, Spielen)   der einerseits maximale Offenheit zu den umliegenden Appartements bietet aber zugleich einen intimen Aufenthaltsbereich für die Bewohner bietet. Durch eine optimale Strukturierung des Bereiches ist ein sowohl für die Bewohner wie auch die Betreuer idealer Tagesablauf leicht umsetzbar. Die Kommunikation untereinander sowie mit dem Außenraum, indirekt über die Loggia, sowie direkt über den Balkon, bietet den Bewohnern einen abwechslungsreichen und interessanten Tagesablauf.

Alle erforderlichen Nebenräume sind kompakt im Bereich des Stiegenhauskernes angeordnet. Durch die klare Grundrißlösung ist eine gemeinschaftliche Nutzung des Pflegebades einfach umsetzbar sowie die Interaktion zwischen 2 Wohngemeinschaften indirekt über den Erschließungsgang oder direkt über eine Verbindungstür im Bereich des Kernes möglich.

Zusätzlich zur Haupttreppe sind im Bereich der Südostfassade 2 Fluchttreppen angeordnet die die Bewohner im Fall eines Alarmes gesichert entfluchten.

 

FREIRAUMGESTALTUNG

Drei Hauptthemen definieren die Freiräume des Altenwohnheims:

Der Vorgarten als ein Ort des Ankommens.
Der verwunschene Garten im Kern des Gebäudes als ein Licht durchfluteter grüner Ausblick.
Der Therapiegarten als Raum der Begegnung und des Aufenthalts im Grünen.

 

Der Vorgarten

Schatten spendende Bäume (Blasenbaum, Esche) bieten gleichzeitig einen grünen Ausblick für die auf diese Seite orientierten Zimmer. Unter den Bäumen breitet sich ein großer Wiesenteppich aus, in welchem die Wege und Vorfahrt, wie auch die Feuerwehrzufahrt integriert sind. Vor der Cafeteria bietet ein kleiner gedeckter Platz einen Ausblick auf das Geschehen in den Freibereichen an.

Der verwunschene Garten

Im Kern des Gebäudes gelegen ist der grüne Teppich des verwunschenen Gartens ein Ort der Entspannung. Kletterpflanzen (Clematis, Wisteria) ranken sich an Stangen empor aus dem mit Gräsern, Farnen und Bodendeckern dicht bepflanzten grünen Boden. Vereinzelt stehen Ziergehölze in diesem hellen grünen Raum.

Der Therapiegarten

Ein klar erkennbarer Rundweg aus Terraway-Belag führt die Bewohner durch den Therapiegarten. Durch Duft- und Blütenstauden (Echinacea, Rudbeckia, Lavandula, Melissa, etc.) Geophyten in der Wiese (Tulpen, Narzissen), wie auch Gräserfelder (Carex, Pennisetum) führt dieser Weg unter verschiedensten Baumarten (Prunus, Pinus, Acer, etc.) an in kurzen Abständen platzierten Bänken vorbei.