Wohnen in der Ziegelhofstraße

1.1. Platz

Die Drei Geschwister
Wohnen im Garten

1. Preis, Architekturwettbewerb, 2016
Gemeinsam mit: 
Hirschstetten Vermietungs GesmbH

Dieses Projekt ist eine Strategie, die ein städtisches Drehbuch anspricht, das auf einem Minimum an strukturierten Elementen und Richtlinien basiert und folglich die maximale Freiheit für Entwicklung erlaubt. Das Gebilde, der Sockel, drei Baukörper: Small, Medium, Large und deren gemeinsamer, grüner Zwischenraum, zeichnen sich wie eine Partitur durch Verschiedenartigkeit, Lebendigkeit, Anpassbarkeit, Durchlässigkeit und Variabilität aus.

Die Komposition der Baukörper stellt in folgenden Bereichen eine Neuinterpretation der charakteristischen Wiener Blockrandbebauung in Form eines Wohnclusters dar:

1 - Sockel:
Garage, Drogeriemarkt und Polizeistation im flexibel anpassbaren Ausmaß. Wohnungen mit einer grünen Vorzone: Balkone und Terrassen, Gemeinschaftsräume

2 - urbaner Garten:
Wohngarten, Gemeinschaftsräume mit Gemeinschaftsterrassen, Atriumwohnungen, Gemeinschaftsräume, Kochstudio, Waschsalon, Garten

3 - Wohnblock:
Regelwohngeschosse mit anpassbaren, optionalen Schalttypen: Schaltraum, Schalttreppe, Schaltwohnung

4 - Dachlandschaft:
Gartenlandschaft mit Kräuter und Gemüsebeeten, Urbaner Garten, extensiv begrünte Dächer, Bewohnergarten gemeinschaftlich nutzbare Freiflächen „eine Dachterrasse für alle“

 

Individuelles Wohnen
Die einzelnen Wohneinheiten sind einerseits ein Teil der gemeinsamen, flexiblen Struktur und anderseits offen für die individuellen Anpassungen. Die Wohnungstypen sind als ein Regelsystem vorgeschlagen und lassen durch ein optionales Schaltsystem mittels Schaltraum, Schalttreppe und Schaltwohnung ein hohes Maß an Individualität und Anpassbarkeit zu.

Seit dem Pluralismus, Vielfalt, sowie Mehrfarbigkeit und Lebendigkeit sich zu den  Schlüsseleigenschaften des städtischen Raums entwickeln, werden die Programmvielfalt sowie Anpassungsfähigkeit/Flexibilität der Räume immer wichtigere Argumente bei der Wahl des Arbeits- und Wohnraumes.

Die neutrale Typologie und die ausgedehnte Fläche, auf der sich, am Sockel, die Wohneinheiten erstrecken, erlauben Flexibilität für den Zwischenraum und für die Organisation des Wohnraums.

Der Übergang zwischen öffentlich und privat zeichnet sich durch eine sanfte räumliche Trennung mittels unterschiedlichen Bepflanzungen aus. Es entsteht ein offenes Miteinander in nachbarschaftlicher Geselligkeit bei hohem privatem Wohnkomfort.

 

Konzept
Das Konzept dieses Projektes reagiert auf die Vorgaben des Masterplans und ist Teil der städtebaulichen Entwicklung.
An der Kreuzung zwischen Ziegelhofstraße und Quadenstraße wird ein neues Quartiershaus vorgeschlagen. Zwei raumprägende Richtungen, die der Ziegelhofstraße Richtung Norden und die der Quadenstraße Richtung Westen bilden ein besonderes Gebäude. Zusätzlich wird als Rahmende Kante die parallele zu einem Supermarktareal mit einem dritten Baukörper vorgeschlagen.

 

Baukörpergliederung
Small, der Baukörper entlang der Quadenstraße schließt an die Baukultur der bestehenden Umgebung an und führt über Medium, einem städtebaulichen Akzent in Richtung der Parkanlage, zu Large, dem größten Baukörper der Wohnhausanlage.

Im Sockel wird dem Masterplan entsprechend ein Drogeriemarkt mit einer einladenden Arkade vorgeschlagen. Die überdachte Arkade schafft Raum zum flanieren. Stellplätze für Fahrräder, Bike-Sharing und Ladestation finden im gedeckten Bereich Platz.

Stellplätze für PKWs wurden dem Masterplan entsprechend und nach Stellplatzverordnung für die Wohnhausanlage, Polizeistation und Geschäftslokal ausgelegt. Somit sind 40 offen Stellplätze im Aussenraum um die Wohnanlage angeordnet, sowie 30 gedeckte querdurchlüftete Garagenstellplätze im Zwischengeschoß.

Durch die Einbindung der Einlagerräume im Sockel können kreative neue Nutzungsmöglichkeiten in Verbindung mit dem grünen Hof durch die Bewohner gefunden werden: Hobbyraum, Werkstatt, etc… .
Somit kann zur Gänze auf einen Keller verzichtet werden - und die daraus resultierenden Kosten der Erd- und Gründungsarbeiten.
Entlang der Quadenstraße wird ein Zwischengeschoß mit querdurchlüfteter PKW Garage angeordnet. Darüber finden die Einlagerräume, Bewohnergemeinschaftsräume – Kochstudio, Waschsalon, Kino – platz. Ein großzügiger, grüner Hof verbindet diese mit der Wohnanlage.

Das Dach des grünen Sockels bildet den gemeinsamen Garten der Wohnanlage. Sitzgruppen, Sonnendecks, Auditorium finden hier genauso wie Gartenbeete für Kräuter und Gemüse platz. Die Aussicht vom Bewohnergarten besonders nach Westen und Süden lädt zum verweilen ein.

Die Parkanlage ergänzt sich mit der Wohnanlage und lädt die Bewohner ein ihren Mehrwert an grün- und Erholungsflächen zu genießen. Die Lage zum direkt angrenzenden Wohnpark Ziegelhofstraße schafft eine unverwechselbare städtebauliche Situation, dem für jeden Bewohner spürbar wird. Urbane Strukturen in nachbarschaftlicher Umgebung. Die drei Geschwister bilden einen Übergang zwischen dem Wunsch innerstädtischer Nachverdichtung und dem individuellen Gartenwohnen.