Generationen : Wohnen Dittelgasse

Projektdaten

Jahr

Status

Typologie

Größe


48.2075, 16.5047

Bauträgerwettbewerb "Generationen:Wohnen in Wien Donaustadt und Liesing

Baufeld Dittelgasse

 

In Zusammenarbeit mit StudioVlay,  Idealice, dem Diakoniewerk, Bauträger Heimat Österreich und EGW

 

5 JAHRESZEITEN

FRÜHLING, SOMMER, HERBST, WINTER UND DIE PARTITUR DES ALLTAGS

 

Warum wir hier nicht nur bleiben möchten sondern es auch können, wenn sich unsere Lebensumstände ändern. 

 

Dieses Projekt ist eine Strategie, die ein städtisches Drehbuch anspricht, das auf einem Minimum an strukturierten Elementen und Richtlinien basiert und das folglich mittels der Manuals maximale Freiheit für Entwicklung erlaubt.

Das Gebilde zeichnet sich, wie eine Partitur, durch Verschiedenartigkeit, Lebendigkeit, Anpassbarkeit, Durchlässigkeit, Variabilität aus.
Die Basis der Typologie ist das recycelte Einfamilienhaus. Die einzelnen Wohneinheiten sind einerseits ein Teil der gemeinsamen, flexiblen Struktur und anderseits offen für die individuellen Anpassungen.

Seitdem Pluralismus, Vielfalt sowie Mehrfarbigkeit und Lebendigkeit sich zu den  Schlüsseleigenschaften des städtischen Raums entwickeln, werden die Programmvielfalt sowie Anpassungsfähigkeit/Flexibilität der Räume immer wichtigere Argumente bei der Wahl des Arbeits- und Wohnraumes.

Die neutrale Typologie und die ausgedehnte Fläche, auf der sich die Wohneinheiten erstrecken, erlauben Flexibilität für den Zwischenraum und für die Organisation des Wohnraums. Die Unterscheidung zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten, den Grenzen und den Übergängen, ist elastisch, und wird von den Bedürfnissen der Bewohner bestimmt.

DIE GEGEND – BLEIBEN MÖCHTEN UND BLEIBEN KÖNNEN

Warum soll ich hier wohnen? Warum sollen wir hier wohnen?
In der Mitte zwischen Seestadt und Lobau: in 10 Radminuten an der U-Bahn oder an der Donau: Smart City-Garten-Wohnen heißt,  diesen Glücksfall als unwiderstehliches Angebot für alle, die gerne im Grünen Wohnen auszuspielen

Nicht einmal 10 Fahrradminuten in die Lobau und Seestadt:
Der Rhythmus der Jahreszeiten steht mit den Rhythmen des Alltags in einem intensiven Dialog: zum Abwechslungsreichtum der 4 Saisonen gesellt sich der ruhige, nachhaltige Wohnzyklus des langen Bleibens, der über Programmierung, städtebauliche Konfiguration, Freiraum- und Typologieentwicklung adressiert wird.

DIE SCHÄTZE DES GARTENWOHNENS – DAS ICH UND DAS WIR

Die Schätze des Gartenwohnens müssen gehoben werden: Ich darf auch Wir sein!
Das Projekt entwirft eine Serie von Wertschätzungen, die das Besondere der Gegend zu einem Unikat für Smart-City-Garten-Wohnen entwickeln: der Mehrwert des gemeinschaftlichen reichert die individuelle Träume des Gartenhauses an: wer hierherkommt, erfährt das Gartenleben als eine grüngeprägte Welt, die dauerhaft Optionen für sich verändernde individuelle und gemeinschaftliche Bedürfnisse bereithält. Die Schätze des Gartenwohnens können allein und gemeinsam erfahren werden.

STÄDTEBAULICHE KONFIGURATION

DREI BÄNDER
Promenade, Wohngarten, Dittelpark

Drei Bänder übersetzten die Widmung in eine Abfolge atmosphärischer Programme:
Die Promenade im Norden ist dem Schlendern und beiläufigen Treffen gewidmet: mit ihren Lauben für Trolley-Docks zum Einkaufen, Fahr- und Lastenräder sowie E-Car-Pools bietet es eine Mehrwert-Mobilität für Fahr-, Hol- und Bringgemeinschaften, sowie für spezielle Sharing-Modelle an, die auch die Nachbarn in Anspruch nehmen können.

Der Wohngarten entwirft mit seiner Abfolge von 5 Wohnclustern (jeweils 40 bis 56 Wohneinheiten) das Wohnen als intensiven Dialog zwischen Garten und Haus. Signifikant für die Wohncluster ist ihr gemeinschaftliches Herz, welches das klassische Stiegenhaus durch eine attraktive Freiraumstruktur ersetzt und Mikrozentren ausbildet (siehe Langer Balkon und Circus Maximus).

Der Dittelpark inszeniert die Epk und G-Flächen als offene Landschaft, die der gesamten Nachbarschaft eine Reise durch unterschiedliche Atmosphären bietet (siehe Vier Inseln). Zur Dittelgasse hin wird der Park durch einen Fahrrad- und Fußweg abgeschlossen.

DIE QUERSTREIFEN > 5 ADRESSEN

Circus Maximus, Langer Balkon und Gartenpfad
Drei sich immer wieder abwechselnde Querstreifen mit stark ausgeprägten Milieus geben den drei Bänder einen abwechslungsreichen Takt. Der Gartenpfad öffnet eine kommunikative Fuge zwischen den Gärten und verbindet die Promenade mit dem Dittelpark. Circus Maximus und Langer Balkon beherbergen die Vorgärten zu den Wohnungen und geben jedem Wohncluster ein gemeinschaftliches Herz: der Circus Maximus bietet eine offen bespielbare Platzfläche mit den Spiel-, Garten- und Sitzecken sowie einer Brücke im Obergeschoß mit dem Gemeinschaftsraum- Kochsalon, Spielraum.., während der Lange Balkon zwei große Freibereiche an seiner Nord- und Südspitze bietet (auf- und unter dem Balkon). Die Bespielung dieser Bereiche kann von gemeinsamen Sitzlauben über Leseecken bis zu Turnlandschaften und Kinderspielplätzen reichen und wird durch Moderation konkretisiert (Handbuch der Aneignung).
Die östlichste Insel beherbergt aufgrund ihrer am besten vernetzten Lage (ÖV, Straßenkreuzungspunkt) den Kindergarten mit einem Kiss&Ride-Bereich am kleinen Platz an der Dittelgasse). Gemeinsam mit der Mehrzweckhalle (siehe Magnet) bildet sie einen über das Quartier hinausreichenden sozialen und gemeinschaftlichen Schwerpunkt.

DER MAGNET

Halle für Alle - Kubikmeter für die Gemeinschaft
Magnet fürs Quartier und darüber hinaus
Lage und Dimensionierung der Mehrzweckhalle des Kindergartens (18x10mx6m) machen sie zu einer Gemeinschaftshalle, die alle Generationen bewegt: schnell, langsam, dynamisch, und besinnlich: klein Basketball, Volley- und Völkerball, Badminton, Mehrzweckraum des KiGa sowie als Bewegungs- und Begegnungsraum des Quartiers.

KONFETTI:

Treffpunkte im Quartiersalltag
>Programme auf der Nord- und Südspitze des Langen Balkons (Hochbeete, Sitzterrassen)
  und im Gemeinschaftsraum des Circus Maximus im 1.OG
> Nischen entlang der Quartierspromenade (E-Mobile, fahrende Gemeinschaftsräume, Menschen, Tiere)
  > Nischen entlang der Gartenpfade, Sitzecken und Lauben

DIE TYPEN – Typologische Intelligenz für eine dauerhafte Anpassbarkeit

Die besondere Qualität der Gartenstadt und ihrer räumlichen Eigenschaften ist der konzeptuelle Ansatz dieses Projektes der über eine dauerhafte Anpassbarkeit der Typologie ein langes Bleiben auch bei sich verändernden Lebensumständen ermöglicht.
Die Struktur folgt den Prinzipien einer offenen, durchlässigen Bebauung die durch die Positionierung optimale und vielfältige Freiräume schafft.
Die geplante Wohnungstypologie und deren Variabilität bietet die Möglichkeiten das Konzept
generationen:wohnen in den Nachbarschaften partizipativ zu organisieren. Darüber hinaus wird durch das Vorgarten Prinzip die Erschließungsfläche minimiert und eine sehr hohe Effizienz im Brutto- /Nettoverhältnis erzielt.
>Vorgärten und Quartiersplätze statt Stiegenhäuser: die Wohnungstypologie weist, durch deren durchgesteckte Organisation größtmögliche Variabilität und Anpassbarkeit auf.
>Fugen: Installationsfreien Sollbruchstellen ermöglichen ein zu- und wegschalten auf einfachste Weise
>Add-Ons: außenliegende Elemente (Treppen, Wintergärten) dienen einerseits zu Erweiterung der Wohnfläche und andererseits zu Koppelung von Einheiten, die dabei nicht ihre Autonomie verlieren (Zusammenleben ohne Zwang)
>der zweite Eingang: schafft zusätzliche Variabilität in der Nutzung (Einlieger und Wohnen-Arbeiten)

FREIRAUMKONZEPT

Der Freiraum gliedert sich in drei differenzierte Bereiche / Bänder:
Die Promenade, der Wohngarten und der Dittelpark

Die Promenade,
Mit ihrem flexiblen System ist die Quartierspromenade im stetigen Wandel und kann auf wechselnde Lebensbedingungen optimal adaptiert werden. Die Parklauben bilden einen geschützten Raum und werden je nach Bedarf als Sitzbereiche oder Parkplätze genutzt. Den länglichen Raum strukturiert eine Abfolge von Bodenbelägen, Überdachungen und Bäumen. Eine dicht bepflanzte Zone im Norden garantiert den Nachbarn Ruhe. Ihre Erweiterung findet die Promenade im Freiraum um die Halle und ihr Ende im Vorplatz vor dem Kindergarten. Die zentrale Lage des Kindergartenvorplatzes bildet die Schnittstelle zur südlichen Kiss and Ride Zone und den Öffentlichen Verkehrsmitteln im Norden.

Der Wohngarten
Die unterschiedliche Ausformulierung der Höfe als Herz jeder Wohngruppe mittels Materialität, Farben und Bepflanzung dient der Identifikation und Orientierung im Quartier. Zusätzlich greifen die Inseln im Park diese wieder auf. Dadurch entsteht eine klare Verbindung zum linearen Park.
Die Vorgärten und Add-ons verleihen jedem Hof einen individuellen und einzigartigen Charakter. Der Circus Maximus erhält mit dem Höhenunterschied eine Tribüne mit mittiger Arena und attraktiven großzügigen Aufenthaltsbereich. Der Lange Balkon bietet durch sein geschütztes Dach eine hohe Aufenthaltsqualität im Freien, das gleichzeitig als Sonnenschutz und Unterstand genutzt werden kann. Die Auskragungen der Langen Balkone garantieren von oben Weitblick und Sitzen im Kronendach des Dittelparks und unten Pergolen im Park. Insgesamt schafft die Orientierung der Wohnfreiräume zum Park hin einen offenherzigen Charakter und offenen Übergang.

Die Vielzahl an Wegeverbindungen im Wohngartenband fördert den sozialen Austausch der gesamten Wohnanlage. Durch die Differenzierung und unterschiedlichen Qualitäten von Quartierspromenade, individuellen Höfen, Shortcuts und Gartenpfaden entwickelt sich für Jung und Alt eine Spielqualität und Abwechslung von Raumqualitäten. Die Gartenpfade mit blickdurchlässigen Abgrenzungen und Verweilplätzen beleben die Erdgeschoßzone und das ohne als Angstraum zu wirken. Weiters dienen sie als Direktverbindungen zu den Hotspots im Linearen Park. Der neue Wohnkomplex besticht durch seine attraktive großzügige Durchlässigkeit.

Der Dittelpark
Der grüne lineare Park besticht durch seine Klarheit und Schlichtheit. Vier Inseln bilden die Highlights des sonst zurückhaltend gestalteten Parks. Jede Insel greift eines der Themen Erde, Feuer, Wasser und Metall auf. Die punktuellen Interventionen der Inseln bieten einen Mehrwert für die Gemeinschaft. Sie fungieren als Bindeglied zur umliegenden Nachbarschaft und regen eine gute Nutzungsdurchmischung und sozialen Austausch an. Die Inseln machen beim Entlangschreiten des Linearen Parks verschiedene Raumsequenzen spürbar und lassen sich individuell bespielen. Die Ausformulierung in Material, Bepflanzung und Farbe verstärken diese Eindrücke.
Entlang der Dittelgasse ist eine Bewegungsachse für Radfahrer und Fußgänger geplant mit Aufenthaltsflächen, Bänken und Gräserbändern. Ihren Abschluss bildet die Kiss & Ride Zone für Kindergarten und der Platz im Südosten.