Gemeindewohnungen Neu - Fontanastraße

PPlanungsphase

Drei Höfe - Ein Wohncluster
Gemeindewohnungen NEU

1. Preis - EU-weiter, offener Architekturwettbewerb, 2015
Gemeinsam mit: WIGEBA

Städtebauliche Konfiguration

Dieses Projekt ist eine Strategie, die ein städtisches Drehbuch anspricht, das auf einem Minimum an strukturierten Elementen und Richtlinien basiert und folglich die maximale Freiheit für Entwicklung erlaubt.

Das Gebäude: die Scholle, drei Baukörper und deren Zwischenräume, zeichnen sich wie eine Partitur durch Verschiedenartigkeit, Lebendigkeit, Anpassbarkeit, Durchlässigkeit und Variabilität aus.
Die einzelnen kompakten Wohneinheiten sind einerseits ein Teil der gemeinsamen, flexiblen Struktur und anderseits offen für die individuellen Anpassungen.

Seit dem Pluralismus, Vielfalt, sowie Mehrfarbigkeit und Lebendigkeit sich zu den Schlüsseleigenschaften des städtischen Raums entwickeln, werden die Programmvielfalt sowie Anpassungsfähigkeit/Flexibilität der Räume immer wichtigere Argumente bei der Wahl des Arbeits- und Wohnraumes.
Die neutrale Typologie und die ausgedehnte Fläche, auf der sich die Wohneinheiten erstrecken, erlauben Flexibilität für den Zwischenraum und für die Organisation des Wohnraums. Die Unterscheidung zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten, den Grenzen und den Übergängen, ist elastisch und wird von den Bedürfnissen der Bewohner bestimmt.

Das Konzept dieses Projektes reagiert auf die Vorgaben des Masterplans und ist Teil des städtebaulichen Konzeptes. Die Lage zwischen öffentlicher Landschaft der Grünspange und den anderen Schollen des Wohnparks und die Ausgestaltung des Wohnclusters bilden unverwechselbare Städtebauliche Situation.

Die Komposition der Baukörper stellt in folgenden Bereichen eine Neuinterpretation der charakteristischen Wiener Blockrandbebauung in Form eines Wohnclusters dar:
1 - Scholle:  Eingang mit grünem Puffer - Wintergarten, Wohnungen mit einer grünen Vorzone und Terrassen, Gemeinschaftsräume
2 - Wohnblock:  Regelwohngeschosse
3 - Urbane Höfe:  Wohngarten, Gemeinschaftsräume mit Gemeinschaftsterrassen
4 - Dachlandschaft:  Gartenlandschaft mit Grün, Urbaner Garten

DREI URBANE HÖFE, DREI BAUKÖRPER, ein Wohncluster
Begegnungs-, Ruhe- und Gemeinschaftshof

Der Mehrwert des Gemeinschaftlichen regt zum Träumen an: wer hierher kommt, erfährt das Gartenleben in den Höfen als eine grüngeprägte Welt, die dauerhaft Optionen für sich verändernde individuelle und gemeinschaftliche Bedürfnisse bereithält.

Darüber hinaus bieten die großzügigen grünen Freiflächen, die Grünspange, mit einem Kleinkinderspielplatz, südlich vom Cluster, vielfältige Erholungs-, Bewegungs-, und Entspannungsmöglichkeiten.
Die grüne Fuge bildet eine offene Verbindung mit den anderen Schollen, sowie den Kommunikations- und Begegnungszonen des Wohnparks Fontanastraße.

Der Zugang zum Wohncluster erfolgt über einen Fahrrad- und Fußweg entlang der südlichen Front und ist durch die Abfolge der verschiedenen Freiraum Elemente geprägt. Über den Vorplatz mit Radabstellflächen und einer grünen Vorzone mit hohem Gras, gelangt man in den Wintergarten der zugleich einen, mit üppigem Grün belegten, Pufferbereich zu der Wohnhausanlage darstellt. Der Turm, Gebäude A, weißt einen eigenen Zugang zu der zentralen Achse, der Begegnungszone des Areals, aus.

Drei Höfe des Wohnclusters übersetzten die Widmung in eine Abfolge atmosphärischer Programme:
A Begegnungshof – Zone des Zusammenseins, zelebrieren die Eigenschaften des Gemeindewohnbaus
B Ruhehof -- introvertierte Rückzugszone für Kontemplation,
C Gemeinschaftshof – aktiver Garten des urbanen Lebens, Wintergarten

Diese Grün- und Freiflächen sind ein gemeinschaftliches Herz des Wohnclusters:
Sie bieten, durch unterschiedliche Atmosphären, eine offene bespielbare Freifläche mit den Spiel-, Garten- und Sitzecken, Hochbeeten, Sitzlauben, Leseecken, sowie mit dem Gemeinschaftsraum- Kochsalon und Spielraum.

Die geplante Wohnungstypologie zeichnet sich durch durchgestreckte Organisation, bzw. über 2 Fassaden belüftete Wohneinheiten aus, so wird die größtmögliche Variabilität und Anpassbarkeit gewährleistet.

Kostenbewusstes bauen wird durch folgende Maßnahmen erreicht:

- Optimales konstruktives Raster und eine kompakte Hülle
- Zwei Fenstergrößen, ein Wohnzimmerfenster, sowie ein Balkon STB-Fertigteil Element
- Kompakte Erschließung mit drei Stiegenhäusern
- Fluchtniveaus unter 22 m, alle Ebene anleitbar
- Minimierte Erschließungsfläche, somit sehr hohe Effizienz im Brutto- /Nettoverhältnis

KONZEPT der sozialen Nachhaltigkeit

Nachbar:schaft:Vertrauen, Nachbar:schaft:Unterstützung
Aktivitäten und begleitende Maßnahmen schon während der Bau- und Vergabephase können das Kennenlernen fördern und eine hohe Identifikation mit dem zukünftigen Wohnort schaffen.
BewohnerInnen können unterstützt werden bei:
der Organisation gemeinsamer Aktivitäten, bei der Bildung von Interessensgruppen, der Kommunikation in der Gemeinschaft, Schaffung eines BewohnerInnennetzwerkes und der Organisation gegenseitiger Nachbarschaftshilfe, der Lösung von Konflikten, persönlichen Problemen, der Entwicklung starker unterstützender Netzwerke.
Wichtig für das Wohlbefinden ist nicht nur die vertraute und funktionelle Wohnumgebung, sondern auch die soziale Integration in eine funktionierende Wohngemeinschaft und ein gutes nachbarschaftliches Zusammenleben.

Nachbar:schaft:Gestaltung, Nachbar:schaft:Vernetzung, Nachbar:schaft:Plätze
Zentraler Ort für die Bildung der Gemeinschaft sind die drei Höfe. Mit einfachen und effizienten Mitteln soll hier eine größtmögliche Vielfalt an gemeinsam nutzbaren Flächen ermöglicht und gleichzeitig auf die sich im Lauf der Zeit ändernde Anforderungen flexibel reagiert werden.

Nachbar:schaft:Mobilität
Die Lage des Bauplatzes ist für die Nutzung des Fahrrads sowie des öffentlichen Verkehrs bestens geeignet.