Bildungscampus Algersdorf

Städtebaulicher Erläuterungstext:

Die Auseinandersetzung mit dem Kontext im Hinblick auf seine Umgebungsqualitäten sowie die Lage des Grundstücks ergeben, in Bezug auf die Vorgaben, die Gliederung der Baumassen und Positionierung am Grundstück.

In Eggenberg gelegen, zwischen der gewachsenen Struktur im Osten und den zukünftigen Freisportanlagen im Westen, liegt das Grundstück zwischen dem Bestandsgebäude - NMS sowie dem Eggenberger Bad (Auster) im Süden. Der Schulcampus fügt sich in diese Struktur ein und verbindet den nördlichen Bereich mit den südlichen Teil des Baugrundstückes mittels einer Schulachse. Die sich nach außen hin öffnenden Einschnitte bilden visuelle Verbindungen zu den begrünten Bereichen und sehen einladende Verweilflächen und Pufferzonen zu den angrenzenden Bebauungen und Straßen (Georgistraße/Algersdorfer Straße) im Osten und Süden vor. Höhenmäßig knüpft der Neubau an die Auster an und entwickelt sich in einer Partitur zusammengesetzt aus Baukörpern und Freiraumelementen bis zum Bestandsbau im Norden, ohne mit diesem in Konkurrenz zu treten. Der im 2.Abschnitt vorgesehene NMS-Turnsaal nimmt die Linearität des Bestandsgebäudes auf und findet im nördlichen Teil des Grundstückes Platz.

 

Architektur / baukünstlerischer Erläuterungstext:

Die Schaffung einer unverwechselbaren Ausgestaltung der Baukörper, unter Berücksichtigung einer
optimalen, funktionalen, wirtschaftlichen und ökologischen Umsetzung, bildet den Ausgangspunkt des konzeptuellen Ansatzes. Die Architektur zeigt einen 1-2 geschoßigen Bau der sich entlang einer Verbindungsachse entwickelt. Die Achse, die als Schulstraße konzipiert ist verbindet die schulischen Bereiche miteinander und wiederspiegelt sich in der architektonischen Ausformulierung. Großzügige Kommunikationsflächen und private Nischen sowie Unterrichtsräume und Cluster bilden ein Wechselspiel in der Campusabfolge. Gut positionierte, großzügige Verglasungen ermöglichen eine optimale Belichtung und Reduzierung von Kunstlicht.

Im Sinne einer partizipativen Architektur ist es den Schülern und Lehrpersonen möglich nicht nur in der Organisation der Funktionen einzugreifen sondern auch das Erscheinungsbild der Fassade zu gestalten. Fassadenpaneele können mit Zeichnungen und Symbole gestaltet werden und tragen zu einer verstärkten Identitätsschaffung bei. 

 

Funktionalität/Erschließung:

Die Erschließung des neuen Schulgebäudes erfolgt über einen großzügigen Vorplatz/Schulpiazza im Osten und dem bestehenden Zugang zu Campus mit GTS und Eingangsbereich NMS im Norden. Diese bilden einen begrünten Puffer und Übergang zur Algersdorfer Straße hin. Über einen Windfang erreicht man die Schulstraße, die als zentraler Kommunikationsbereich ausformuliert ist und die Zentralgarderobe als Verbindungsglied zur VS, Meet&Greet sowie den Freisportanlagen.

Die Schulstraße bietet eine direkte Verbindung zu den Clustern und offenen Marktplätzen, Verwaltung sowie zu den vertikalen Verbindungen in OG und UG mit den jeweiligen Funktionen nach Ausschreibung. Endmagnet der Achse bildet der Meet&Greet Bereich, der zuschaltbare GTS und die notwendigen Nebenräumen. Das innere Erschließungskonzept der Meet&Greet Zone ermöglicht eine klare Orientierung und kurze Wege, horizontal und vertikal, im gesamten Gebäude. Für die Schüler werden individuell nutzbare und gestaltbare Unterrichtsbereiche sowie neue Spiel- und
Lernstraßen geschaffen. Durch die geschoßweise Trennung ist eine klare Orientierung für die Kinder gegeben.

Gemeinsam genutzte Bereiche wie Turnsaal, Meet&Greet, Sitzstufen und GTS sind zentral über kurze Wege zu erreichen. Der außerschulische Zugang der Turnhalle sowie die Anlieferung der Küche erfolgt über den nördlichen Zugang. Die Parkplätze für Kleinbus, Lehrer und Bedienstete sind an der östlichen Seite direkt vor dem Vorplatz/Schulpiazza angeordnet. Der Kiss&Ride für Eltern und Besucher wurde im südlichen Teil an der Georgigasse situiert. Die Fußweg- und Radachsen werden in die umgebenden Schulfreiräume integriert und bilden gemeinsam mit der Vegetation und den erhaltenen Bäumen einen attraktiven Freiraum/Puffer. Die bestehende Zufahrt wird als attraktiver Zugang erweitert und bietet einen Treffpunkt für die SchülerInnen und Jugendlichen aus der Umgebung sowie eine Verbindung zu den zukünftigen Freisportanlagen.
Die ausdrücklich erwünschten Marktplätze wurden in den Clustern vorgesehen.